Gemeindebrief

Advent und Weihnachten 2016, Epiphanias 2017

Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

was ist wichtiger: das Wissen oder die Ahnung?

Als die Hirten auf dem Felde schliefen, da ahnten sie noch nicht, dass ihr Leben sich ab jetzt gänzlich verändern würde. Bis dahin waren sie einfache Leute, die sich gutmütig um ihre Schafe kümmerten und über Schuhe oder das Wetter ein Schwätzchen hielten. Und jetzt? Wie kann man ab jetzt nur so dahin plaudern, da sie Zeugen von dem Allerhöchsten wurden? Still war es in ihnen und um sie. Und diese Stille war erfüllt mit Ahnung.

Seit jener Zeit und bis heute sind die Hirten für uns mutige Vorbilder: Nicht wirklich sagen können, was es bringt und dennoch aufwachen; nicht mit Sicherheit den Weg kennen und doch gehen; nicht genau wissen und trotzdem glauben.

Hirte zu sein ist nicht einfach; ein wacher Mensch zu sein noch weniger. Das ganze Wissen der Welt liegt heute vor uns und es ist sehr verführerisch, in diesem Wissen allein zu bleiben. Dort suchen wir die Sicherheit, wenn wir verzweifeln, wenn es uns schwer fällt, uns selbst oder die Welt zu verstehen, zu bejahen, zu lieben.

Von Advent über Weihnachten zu Epiphanias liegt ein Weg vor uns. Hier können wir uns im Ahnen üben und so auch unser Gemüt zu einer neuen Erkenntnis der Mitte vorbereiten.

Goethe teilt mit uns auch sein Geheimnis des Raumes zwischen oben und unten, in der Mitte, wo die Gefühle, Herzensregungen, Friede, Ahnung zuhause sind.

Zwischen oben, zwischen unten

Schweb ich hin zu muntrer Schau,

Ich ergötze mich am Bunten,

Ich erquicke mich im Blau.

Alle Tag und alle Nächte

Rühm ich so des Menschen Los;

Denkt er ewig sich ins Rechte,

Ist er ewig schön und groß.

Diesen Raum der Mitte können wir in der Adventszeit vorbereiten: Schön und groß machen, das Unsagbare ahnen und still werden in der Krippe des Herzens für eine neue Geburt.

Schönheit und Größe Allen in dieser stillen, mit Ahnung erfüllten Zeit wünschen von Herzen

Ihre Yaroslava Black

und Ihr Ben Black

 

Die Hirten und ihre Wege

werden uns beim weihnachtlichen Malkurs beschäftigen. Ein größeres Brett als Hintergrund, viel vom blauen Pulver (Pigment), auch einige Schalen und Gläschen voll mit Farbe, eine Prise Gold und natürlich eine Menge „Vergessenheitsbrei“ oder Schnee. Ja, es wird bei uns im Atelier schneien! Bitte melden Sie sich rechtzeitig an, die Plätze im Werkstatt-Café sind auf zwölf begrenzt. Leckereien für Zwischendurch sind auch willkommen.

Veränderungen im Programm bei den laufenden Kursen

In den letzten Jahren hatten wir im Programm die „Stille Stunde, Leben mit den Verstorbenen“ und auch „Die Menschen­weihehandlung für Anfänger“ angeboten. Von diesen Abend­kursen wollen wir uns nun verabschieden. Auch wenn am Anfang die Begeisterung groß und Besuch sehr rege war, traten nach drei, vier Jahren Ermüdungserscheinungen auf. Wir werden diese Themen nicht ganz aus dem Auge verlieren, sondern hin und wieder in bestimmte Angebote verwandeln. Wie es auch gleich in diesem neuen Programm geschieht mit den Vorträgen über die Weihehandlung oder auch dem Tageskurs mit praktischen Übungen.

Die Viergliedrigkeit der Menschenweihehandlung –

Die Viergliedrigkeit des Menschen: ein Schulungsweg in der Gemeinschaft

Zu dieser Vortragsreihe laden wir Sie herzlich ein. Wir wollen uns mit unserem zentralen Thema intensiv beschäftigen. Zuerst wird uns Peter Selg in die Zeit der Gründung der Christen­gemeinschaft führen und die Hintergründe der erneuerten Messe wie auch das Zusammenwirken zwischen den Priestern und Rudolf Steiner erläutern.

Die anderen Vorträge sollen uns durch die vielen Stufen der Weihehandlung führen und ein Versuch werden, sich zu vertiefen im Sinne des eigenen Schulungsweges. Zum anschließenden Gespräch bringen Sie bitte Ihre Fragen mit.

Weihnachten ist eine schöne Zeit für Lesungen,

besonders wenn es den warmen würzigen Borschtsch davor als Aufwärmung gibt, besonders, weil die Dichterin und Schriftstellerin Halyna Petrosanyar aus den ukrainischen Karpaten kommt und das ist schon zauberhaft genug.

Für die Literaturliebhaber und Kenner ist Halyna Petrosanyar eine bedeutende moderne Lyrikerin, Essayistin und Übersetzerin deutschsprachiger Literatur in der Ukraine. Sie ist Trägerin mehrerer Literaturpreise, Übersetzerin von „Da geht ein Mensch“ von Alexander Granach und Begleiterin spannender Filmprojekte. Laden Sie auch Ihre Freunde dazu ein, es wird eine Reise in die andere Welt geben! Die Lesung wird auf Deutsch sein.

Wir werden eine Praktikantin haben

Sie heißt Olive Nicole Wells und kommt aus Denver USA. Von Februar bis Juli wird Sie bei uns und mit uns ein Stück des Gemeindelebens gestalten und will eine ganze Menge lernen, auch die deutsche Sprache. Olive möchte den Priesterberuf ergreifen, will aber zuerst sehen, wie es sich in der Praxis anfühlt. Die Kosten für ihren Aufenthalt bei uns trägt zum Großteil das Gebiet.

Dank an Frau Weithoff

Nach vielen lieben Worten und bunten Blumen der Dankbarkeit hier noch einmal einen großen und herzlichen Dank an Claudia Weithoff, die viele Jahre in unserer Gemeinde treu und initiativ gewirkt hat. Die Arbeit, die sie geleistet hat, passt nicht in ein paar Worte, genau so wenig wie die Worte des Dankes und tiefer Verbundenheit.

Neue Mitarbeiter im Weinberge

Nach dem Abschied von Frau Weithoff rufen wir auf zum freudigen miteinander arbeiten in dem Weinberg des Herrn. Die Arbeit auf wenigen Schultern ist nur schwer zu tragen. Gemeinsam aber ist es leichter zu erledigen. Es ist gar nicht so menschenleer in unserem Weinberg: Silke Speckenmeyer kümmert sich um unser Gästezimmer und so einiges mehr im Haus und um das Kinderfest, Jörg Krafft kümmert sich um die Sakristei, Bettina Schmitz und Sylvia Stowasser um die Kinderfeste und Musik; Martina Lübeck, Kerstin Thielemann und Irmgard Haid-Kraft um die Blumen. Unsere Ministranten organisieren sich jetzt selber, ganz modern und ganz zuverlässig!

Aber es gibt noch so viele Aufgaben, die übernommen werden wollen! Und je mehr Menschen es machen, desto weniger anstrengend ist es für den einzelnen. Wenn Sie also mittun möchten, wenn nur für eine Stunde im Monat, melden Sie sich bitte!

Mit Lotte König haben wir einen Arbeitsvertrag geschlossen. Sie hat sich bereit erklärt, als Büro- und Organisationskraft für die Gemeinde zu arbeiten. Wir wünschen Ihr und allen Mitarbeitern: „Nicht müde werden …“ im Sinne von Hilde Domin.

Musik

Barbara Sudbrack bietet an, mit ihr jeden Sonntag um 9:30 Uhr zu singen. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, unsere Adventssonntage mit Gesang feierlich zu schmücken wie auch unsere Singkultur zu stärken und zu erweitern.

Bitte kommen Sie und sagen Sie es auch weiter. Wir freuen uns sehr über diese Initiative!

Unsere Bauvoranfrage wurde genehmigt!

Jetzt gilt es: Glauben, Beten und Arbeiten. Genaueres hören wir bei der

Gemeindeversammlung am 26. März 2017.

Bitte kein Altmetall mehr in der Kirche ablegen

Gerald Bergmann sammelt ab jetzt nur noch Gold! Es sei denn, Sie haben eine große Menge von etwas, was richtig wertvoll ist. Dann sprechen Sie ihn bitte vorher an. Bitte auch keine Briefmarken und anderes Gut in der Kirche deponieren. Die eine, die sich wirklich lohnt, geben Sie uns lieber in die Hand.