Gemeindebrief

Himmelfahrt bis Advent 2019

Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

Hindernisse können mich nicht aufhalten; Entschlossenheit bringt jedes Hindernis zum Fall!

Leonardo da Vinci

Wir sind entschlossen! Immer noch und wie lange schon. Nun ist es so weit!

Wir bereiten den größten Umzug vor: IONA zieht um. Nicht die ganze Insel, wo das freudige irische Christentum ihren Ursprung hat. Sie soll auch weiterhin liebkost von den Meereswellen in ihrer Glaubensstärke hell aufleuchten. Doch unser Gemeindehaus, das diesen besonderen Namen trägt, muss für ein Jahr sein Zuhause verlassen und als Bewegung in Bewegung leben. Es ist eine Herausforderung. Es ist eine Prüfung. Aber es ist auch eine große Möglichkeit der Erneuerung und gemeinsam werden wir es gewiss schaffen.

Die Gemeinschaft besteht aus vielen Gliedern. „Einer trage die Last des Anderen“bewahrheitet sich in der Gemeinschaft. Jetzt, wo wir zusammen umziehen, können wir das auch praktizieren. Und zwar ganz konkret: Kisten mit Büchern, Gewänder, Schränke, Stühle, Bilder. Auch wenn einem vor Anstrengung Schwarz vor Augen wird, ist es eine große Freude zu wissen: da sind noch viele, die bereit sind, dir die Hand zu reichen.

Erinnern Sie sich noch an dieses Bild aus den Straßen von London, als die Staatsbibliothek ihren Umzug machte? Das Bild der großen Menschenkette, die Bücher von Hand in die Hand reichte, und sich von Tag zu Tag vermehrte.  Die gemeinsame Arbeit machte den Menschen so viel Freude, dass es alle ringsherum ansteckte. Ob wir es auch mit einer Menschenkette über den Rhein schaffen und so eine ganz neue Brücke in Köln bilden? Alles ist möglich! Leonardo da Vinci wusste es auch zu gut. Und das seit 500 Jahren. Auf diese alte Erfahrung können wir doch vertrauen.  Aber auch können wir uns glücklich schätzen, dass wir viele Freunde haben, auf die wir vertrauen können: unsere Schwester-Gemeinde in Köln Ost, die uns für das nächste Jahr beherbergt, die willig ist, mit uns ihren Raum und Zeit zu teilen. Sie wird für ein Jahr auch Teil unseres Lebens werden und wir ihres; Die Michaelischule im Volksgarten gibt uns den Raum für die Lichterstunde am Heiligen Abend und die Waldorfschule in Chorweiler bietet uns die Möglichkeit, an ihrem Adventsbasar teilzunehmen. Danke Euch allen dafür!

Und wie sieht unsere Arbeit aus? Zuerst warten wir auf die Baugenehmigung.

Wir wollen noch das letzte Mal in unserem guten alten Haus miteinander feiern, beten, denken, planen. Dann kommt der Herbst und wir brauchen jede Menge Kraft und Mut, um das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden: das Haus muss geräumt werden.

Hier ist jede Hilfe so sehr gebraucht! Darum bitten wir jeden Einzelnen, der dabei helfen könnte, auch wenn nur für ein paar Stunden oder einen Tag, sich bei uns zu melden. Die Zeit dafür kann nicht passender sein: Michaeli.

Hindernisse können uns nicht aufhalten und wir brauchen eine Menge Vertrauen in uns selbst. Doch vor allem wollen wir vertrauen auf die Hilfe, die uns entgegenkommt: auf die viel höhere Kraft, die etwas von Umzügen und Umbauten versteht. Denn sie trägt und ordnet unermüdlich seit dem Urbeginn.

Sehr herzlich, in Vorfreude beim Tragen und Ordnen

Ihre Yaroslava Black, Ihr Ben Black

Alte und neue Mysterien

Alle Mysterien wurzeln, wie es ja auch im Wortcharakter dieser Bezeichnung andeutet, in den Geheimnissen des Lebens und diese liegen für jeden, ob gläubig oder ungläubig, doch immer in den unlösbaren Rätseln des Daseins selbst. Wir werden allen Mysterien gegenüber, so verschiedenartig sie auch nach Volk, Religion und Zeit erscheinen, erkennbare Grundzüge feststellen können: Einweihungen von einigen Auserwählten in die Geheimnisse von Leben und Tod. Den Mysten wurde es nicht leicht gemacht, in die Offenbarungen einzudringen. Sie mussten mystische Beziehung zu den Naturgewalten, zu den Göttern, die in allem leben und wirken, herstellen können. Er musste nicht nur Schwellenerlebnisse durchmachen, sondern auch die Kraft der Verwandlung an seinem eigenen Wesen erfahren.

In der katholischen Kirche war das Wort „Mysterium“ lange Zeit verpönt und gemieden. Es erinnerte zu stark an heidnische Kulte. Aber nicht weit von Köln – in Maria Laach – schrieb ein Mönch des Benediktinerordens, Odo Casel, seine Mysterientheologie. Er wagte es, die alten Mysterien als Quelle für die Liturgie zu bezeichnen. Vor ihm äußerte diese Gedanken auch Rudolf Steiner. Auf Anfrage von Mathilde Scholl hielt er 1905 in Köln einen Vortrag „Über die Bedeutung der Messe im Sinne der Mystik“. Er beschreibt dort: „Die Mysterien sind Kultstätten, in denen das höhere Wissen nicht nur gelehrt und erobert wird, sondern in denen die bestimmten Erscheinungen auch vorgeführt werden“. Vor allem musste die wichtige Verbindung des Menschen mit seinem Ursprung immer wieder hergestellt werden: Der Mensch ist der Mikrokosmos im Makrokosmos.

Wir wollen uns mit einigen konkreten Orten und Stätten der Mysterien befassen, wie zum Beispiel Eleusis und Samothrake. Das ist auch für unsere Jugend eine gute Vorbereitung für die Griechenlandreise in diesem Sommer. Denn wir werden diese und viele andere Orten der alten Einweihungen besuchen. (Von unseren eigenen „griechischen Einweihungen“berichten wir im September ausführlich.) Auch wollen wir den Blick in alle vier Himmelsrichtungen weiten und von den Nord,-Süd,-Ost und-West Mysterien sprechen.

Einen besonderen Gast dürfen wir in dieser Reihe begrüßen: unseren Kollegen Mathijs van Alstein. Er studierte und promovierte in Philosophie, bevor er Priester wurde. Er unterrichtet an den Priesterseminaren in Hamburg, Stuttgart und New York (Spring Valley), ist ein gefragter Redner und Dozent. Er lebt und arbeitet in Zeist, Niederlande.  Mit seinen Ausführungen über die Mysterien des heiligen Grals wollen wir einen besonderen Blick nach Osten werfen.

Schule des Sehens mit Edmund Tucholski

„INSIDE REMBRANDT“ im Wallraf-Richartz-Museum am Samstag, den 23. November, 15:00 Uhr

In Kooperation mit der Nationalgalerie Prag zeigt das Wallraf-Richartz-Museum Werke Rembrandts aus seiner Amsterdamer Zeit. In diesem Höhepunkt seiner Meisterschaft malte er 1634 den „Gelehrten in seinem Arbeitszimmer“, der heute in der Prager Nationalgalerie zu sehen ist. Gemeinsam mit weiteren Gemälden, Radierungen und Zeichnungen erweitern wir in dieser Ausstellung unseren Blick auf das Schaffen dieses bedeutenden Malers. Treffpunkt: Foyer des Wallraf-Richartz-Museums.

Anmelden bei Edmund Tucholski

Ein Sommer Klavier Konzert mit Josephina Lucke

Josephina ist eine Waldorfschülerin aus Mönchengladbach, aber trotz ihres jungen Alters  gewann sie bereits zahlreiche internationale Wettbewerbe, wurde oft als Jugendtalent ausgezeichnet und darf sich jetzt auf ihr Musikstudium in den USA vorbereiten. Bevor sie berühmt wird und in der großen Welt der Musik aus unserer Nähe schwindet, wollen wir unsere Jugendliche selber jubilieren und ihr nach dem Konzert auch alles Gute für ihren Weg wünschen!

Josephina ist eine Preisträgerin verschiedener nationaler und internationaler Wettbewerbe. 2019 gewann sie den ersten Preis der „International Music Competition“ in Belgrad (Serbien), ebenso beim „V Online International Music Competition London“ und beim „IV Concorso Musicale Internazionale MELOS“ in Rom (Vatikan). Ihre Lehrerin ist die uns auch gut bekannte Tatiana Kozlova.

Josephina wird für uns spielen: Johann Sebastian Bach: Englische Suite Nr. 4 in F-Dur, BWV 809; Ludwig van Beethoven: Klaviersonate Nr. 30 in E-Dur, Op. 109; Pjotr Iljitsch Tschaikowsky: „Andante maestoso“ aus dem „Nussknacker“, arrangiert von M. Pletnev

Wer hat Angst vor dem schwarzen Hund?
Eine musikalische Auseinandersetzung mit der Melancholie

Winston Churchill nannte die ihn stets begleitende Melancholie seinen „schwarzen Hund“. Vielen Menschen ist sie vertraut: einige brauche sie, um schöpferisch zu sein, die anderen, um die tieferen Hintergründe des Seins zu begreifen.

Die Melancholie galt im Mittelalter als Krankheit, in der Antike und Renaissance als ausgezeichnete Charaktereigenschaft und für die Romantiker war sie der Zugang zum Geheimnis des menschlichen Seins.

In der Zeit der Moderne scheut man die Melancholie wieder. Sie kann nicht nur Tiefe, sondern auch die Abgründe zeigen. Es gibt aber auch die schöne Seite der Melancholie. Die Portugiesen nennen sie Saudade. Sie gehört zum menschlichen Dasein.

Im Mittelalter nannte man die melancholischen Mönche „die von Gott Auserwählten“. Sie werden sich also in bester Gesellschaft befinden.

Es erklingen Lieder von Dowland über Schubert, Mozart, Mahler, Weill, aber auch Improvisationen und Neue Musik von Eisler, Lange, Madredeus und Crumb.

Es singt STEFANIE WÜST. Am Klavier CHRISTOPHER ARPIN

Sponsoring für das Gemeindeprogramm: Wer macht noch mit?

Liebe Gemeinde, wir wollen an der Stelle allen Stiftern – den Sichtbaren, die Sie hier auch sehen können, wie auch den Verborgenen – sehr herzlich danken! Das unser Programm so schön und „gesund“ aussehen kann verdanken wir Ihnen!

Wenn Sie diesen wunderbaren Kreis der Stifter ergänzen möchten, wenden Sie sich bitte an die Pfarrer. Ihr Logo erscheint in unserem Programm zwei Mal im Jahr und Sie geben nach Ihrer Herzenslust für die Gestaltung und Druck unseres Programms. So können wir uns wie in einer wahren Gemeinschaft gegenseitig unterstützen.